Gold, Silber & Platin – die feinen Unterschiede der Edelmetalle

 

 

Da ich immer wieder auf die Unterschiede der Edelmetalle angesprochen werde, habe ich mich entschlossen doch auf die „Basics“ einzugehen.

Vielen fällt es schwer zu unterscheiden, was die unterschiedlichen Karatzahlen oder Feingoldangaben bedeuten. Häufig begegne ich der Meinung Gold ist gleich Gold.

Edelmetalle sind Metalle die keine Reaktion mit Sauerstoff eingehen. Grundsätzlich gibt es drei unterschiedliche Edelmetalle.

 

Gold

Man unterscheidet meistens zwischen 8 Karat (Abkürzung Kt), 14 Kt und 18 Kt. Das wiederum ist gleichzusetzen mit:  

8 Kt = 333 Gold

14 Kt = 585 Gold

18 Kt = 750 Gold

Feingold

Feingold = pures Gold, das man bei der Schmuckverarbeitung fast nie verwendet, weil es viel zu weich ist.

Wenn wir also nun vom Feingold ausgehen, haben wir einen Goldgehalt von 999,99 oder anders gesagt von 24 Kt.

Bei dem Goldgehalt gehen wir immer von 1000 Teilen aus, beim Feingold sind dann 999,99 Teile pures Gold. So lässt sich schnell ableiten was dann 750/- Gold bedeutet.

Es bedeutet, es sind von 1000 Teilen, 750 Teile pures Gold in dieser Legierung (Legierung = homogenes Gemisch aus verschiedenen Metallen), die anderen Zusätze sind meistens Silber und Kupfer.

Durch das Legieren werden die Trageeigenschaften oder optische Eigenschaften verändert, ganz wichtig natürlich, es wird mit dem Legieren der Preis der Edelmetalle verringert.

Wird mehr Kupfer zugegeben umso rötlicher wird das Gold. Bei Zugabe von mehr Silber erhält das Gold eine blassere Farbe.

Bei Trauringen verwendet man inzwischen auch andere Legierungen um die Ringe möglichst strapazierfähig zu machen.

Wenn ein Schmuckstück „anläuft“, also eine bräunliche Oberfläche bekommt, so ist das nicht auf das Gold zurückzuführen sondern auf die anderen Zusätze in der Legierung. Jeder weiß was passiert wenn man ein Stück Kupfer an der Luft liegen lässt.

 


Weißgold

Weißgold erhält sein gräuliche Farbe durch Zusatz von Palladium (siehe Platin). Dadurch ist Weißgold immer etwas teurer als Gelbgold.

Oft wird Weißgoldschmuck mit einem galvanischen Rhodiumüberzug versehen, um eine strahlendere Farbe (ähnlich wie Platin) zu bekommen. Ich befürworte jedoch diese Methode nicht, da sie von geringer Dauer ist und auch die gräuliche Farbe von Weißgold seinen Reiz hat.

 


Silber

Feinsilber wird mit Kupfer legiert, hier unterscheidet man zwischen den Legierungen 925/- Silber (auch Sterlingsilber genannt) und 835/- bzw. 800/- Silber, was jedoch im Schmuckbereich keine Bedeutung findet. Letzteres wird nur bei Tafelsilber eingesetzt.

Nach einiger Zeit läuft Silber an. Das ist aber weniger auf die Zusätze zurückzuführen (denn bei der 925/- Legierung haben wir ja nur einen minimalen Anteil von Nichtedelmetallen). Silber reagiert ganz einfach mit Schwefel aus der Luft und wird dadurch schwarz.

Viele Träger(-innen) haben starke Probleme mit Silber, weil es ganz extrem schwärzt. Hier sollte geprüft werden ob nicht in Hautcremes oder Medikamenten Schwefel enthalten ist.

 

Platin

Platin und die Platin-Nebenmetalle sind die teuersten Edelmetalle. Das liegt vor allem an der Seltenheit der Vorkommen, aber auch am Abbau, der sehr aufwendig ist. Platin besticht durch seine grauweiße Farbe und die extreme Dehnbarkeit.

Auch die hohe Dichte machen Schmuckstücke zu einem edlen und wertigen Stück. Platin wird im Schmuckbereich kaum im reinen Zustand verarbeitet.

Es wird entweder mit Kupfer legiert, was die Platinlegierung weicher macht oder es wird mit Platin-Nebenmetallen (Rhodium, Palladium, Iridium, Osmium, Ruthenium) legiert.

Gängige Platin-Legierungen sind:

Platin-Iridium-Legierung = sehr hart

Platin-Palladium-Legierung = geschmeidig

Der Feingehalt bei Platinlegierungen liegt fast immer bei 950/- aber auch bei 960/-.

Es ist also nur ein minimaler Anteil an „Fremdstoffen“ in der Legierung.

 

Bei weiteren Fragen stehe ich gerne zur Verfügung!