Tansanit - Faszination in Blau

 

Erst vor 41 Jahren, 1967, gab Tansania, ein Land das zu den reichsten Edelsteinländern dieser Erde gehört, einen neuen Schatz preis: den Tansanit. 

Es ist ein Edelstein, der durch seine tiefe saphirblaue Farbe, seine Reinheit und seine ihm eigene Brillanz schnell avancierte und sich einen vorderen Platz im Ranking auf der Beliebtheitsskala eroberte. Dabei ist besonders erstaunlich, dass sich der Tansanit fast 600 Millionen Jahre versteckte, denn so hoch ist sein Alter!  Der Tansanit ist eine Edelsteinvarietät des Zoisits, die durch einen geringen Gehalt an Vanadium zustande kommt. Der eigentliche Zoisit ist benannt nach dem Kaufmann, großzügigen Mäzen und Mineraliensammler Freiherr Zois von Edelstein (nomen est omen!) aus Laibach, heute Ljubljana (Slowenien). Da man ihn zuerst auf der Saualpe in Kärnten fand, wurde er „Saualpit“ genannt, ein Name, den der Mineraloge Werner 1805 vernünftigerweise in Zoisit änderte. Der eigentliche Zoisit, ein meist aschgraues Mineral spielt, außer für Sammler, keine Rolle, doch als Tansanit eroberte er die Edelsteinwelt in kurzer Zeit.

Diesen Namen gab ihm die bekannte New Yorker Juwelierfirma Tiffany. 

Als Vorgeschichte ist zu bemerken, dass der Tansanit unbehandelt, so wie er gefunden wird, auf den ersten Blick dem Rauchquarz ähnlich sieht. 
Wenn man ihn allerdings von verschiedenen Seiten betrachtet, dann fällt
sofort ein starker Pleochroismus, eine Mehrfarbigkeit, auf. Deshalb gelangte der
Tansanit ursprünglich für wenig Geld in den Handel.  

Bis Idar-Obersteiner Schleifer und Händler bemerkten, dass dieser Stein,
wenn man ihn in den Brennofen steckt, sich bei 350 bis 500°C in einen leuchtend
blauen Stein verwandelte. 

Zu der Zeit hatte Tiffany schon viele dieser Zoisite sehr günstig in Idar-Oberstein aufgekauft, berief in New York eine große Pressekonferenz ein, stellte die gebrannten Zoisite vor und erklärte, zu Ehren des Fundlandes Tansania diesen Edelstein „Tansanit“ zu nennen. 

Der Karatpreis, der verlangt wurde, war sehr hoch, doch das störte die
vorwiegend amerikanischen Sammler und Liebhaber wenig. 
Sofort war der Stein „in“, damit sehr gefragt und für Tiffany das beste 
Geschäft seit langem. 

Bis heute sind die Arusha-Berge im Norden Tansanias, nahe der Stadt Moshi, der einzige Fundort für den Tansanit geblieben. Teilweise wurden Rohsteine bis weit über 100g gefunden, momentan allerdings sind geschliffene Steine über 10 oder gar 20 ct. sehr selten geworden und entsprechend teuer. 
Nach dem Brennen besitzen die Tansanite nicht mehr den starken Pleochroismus
des unbehandelten Steines (violett-rot/blau/rötlichbraun bis braun),
doch er ist immer noch deutlich sichtbar; nun allerdings nur noch dichroitisch in zwei Farben (rötlich-violett/tief blau).  

 

Der Tansanit: Seine Farbe weckt Emotionen  

Dadurch unterscheiden sie sich deutlich von gleichfarbigen blauen Saphiren und ist damit das beste Erkennungs- bzw. Unterscheidungsmerkmal für das bloße Auge. Die Farbe des Tansanits ist irreversibel, d.h. stabil, und kann nicht mehr verändert werden. 

Neben dem Tansanit gibt es noch zwei weitere Varietäten des Zoisits. Zum einen ist dies der grün-rote Zoisit mit Rubin, der ebenfalls im Norden Tansanias, weiter
westlich beim Mt. Longido an der Grenze zu Kenia gefunden und in großen Stücken und Blöcken abgebaut wird. Dieser Zoisit erhält seine attraktive grüne Farbe durch Chrom und hebt sich dadurch wirkungsvoll von den darin eingeschlossenen, bis zu über 10 cm großen Rubinen ab. Diese sind allerdings
nicht schleifwürdig, da sie durch die vielen Einschlüsse immer opak (undurchsichtig) sind und deshalb stets mit dem Zoisit zusammen verschliffen werden; meist als Platten, Schalen oder Kugeln für Ketten. Dieses Vorkommen von Longido ist schon seit etwa 1954 bekannt. Im frühen 19. Jhdt. wurde bei Telemarken in Norwegen ein rosa bis roter Zoisit gefunden.
Er wurde benannt nach dem in der römischen Antike sagenhaften Thule als
Thulit. Die rote Farbe verdankt er einer geringen Beimengung an Mangan (etwa 1% MnO). Im 20. Jhdt. wurde Thulit auch in Westaustralien und im nördlichen Namibia gefunden. Er ist immer opak (undurchsichtig) und spielt als Edelstein von allen drei Zoisit-Varietäten die geringste Rolle. 

Chemische Zusammensetzung: 

Ca2Al3(SiO4)(Si2O7)(O,OH)

plus ca. 1% V2O3 Vanadium haltiges
Calcium-Aluminium-Silikat

Kristallsystem: rhombisch, meist breitstengelige Kristalle

Härte: 6,5-7

Spezif. Gewicht: 3,20-3,35

Lichtbrechung: 1,685-1,710

Doppelbrechung: 0,008

Farbe: helleres bis dunkles Saphirblau, senkrecht dazu violett rötlich
(pleochroitisch)

Glanz: schöner, kräftiger Glasglanz 

Fundort: Tansania 

Seit einigen Jahren gelangen verhältnismäßig wenige Steine auf den Markt, so
dass die Preise sehr stabil sind. Empfindlichkeit und Verarbeitung: Obwohl
die Tansanite im Vergleich zu den Saphiren nicht sehr hart sind, besitzen sie doch gute Trageeigenschaften und sehen auch nach jahrelangem Tragen wenig abgenutzt aus. Da sie jedoch eine gewisse Sprödigkeit besitzen, ist es kein Stein für die Haus-, geschweige für die Gartenarbeit.

Schon immer wurde ein kräftiges Blau mit wertvoll verbunden, letztendlich sogar mit dem Himmel. Diese Farbe fasziniert und zieht unwillkürlich den Blick an, sie beruhigt und gibt Sicherheit. Mit Blau wird ein Gefühl der Weite vermittelt, die Intuition wird gestärkt und der Friede und die Ruhe werden gefördert; gleichzeitig führt sie aber auch eine bewusste intensive Leidenschaft herbei.  

Blau weckt keine Emotionen, es ist eine Emotion. Und wer je einen Tansanit in
seinem leuchtenden, kräftigen Blau gesehen hat, der versteht diese Aussagen. 

Quelle: Fa. Ruppenthal, Idar-Obersetin

 

 
Nadja Kuckluck